BSE am Altwiener Ostermarkt auf der Freyung
Am 3. April 2026 hatten wir im Rahmen der ESB Academy die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen des Altwiener Ostermarkts auf der Freyung zu werfen – einem der stimmungsvollsten Frühlingsveranstaltungen in Wien.
Besonders war dabei, dass uns die Führung persönlich von Alexandra Holzer gegeben wurde, die dieses Event seit beeindruckenden 37 Jahren organisiert. Mit viel Offenheit und Leidenschaft hat sie uns nicht nur durch den Markt geführt, sondern auch sehr ehrlich über die organisatorischen Abläufe gesprochen.
Wie alles begann
Die Geschichte des Marktes reicht zurück bis ins Jahr 1988. Damals wurde Alexandra Holzer von einem Kulturverein beauftragt, einen Weihnachtsmarkt am Michaelerplatz zu organisieren – zu einer Zeit, in der es in Wien lediglich einen einzigen Christkindlmarkt am Rathausplatz gab.
Nur zwei Jahre später zog der Markt auf die Freyung um, wo er bis heute stattfindet. Kurz darauf entstand auch der Ostermarkt, der sich mittlerweile fest im Wiener Eventkalender etabliert hat.
Ein Blick hinter die Organisation
Der Ostermarkt dauert insgesamt 18 Tage und umfasst rund 50 Aussteller. Die Nachfrage nach Standplätzen ist hoch – Bewerbungen für das nächste Jahr werden direkt nach Ende des aktuellen Marktes eingereicht.
Spannend war vor allem der Einblick in die Auswahl der Aussteller. Die Produkte müssen thematisch zum Markt passen und werden im Vorfeld genau geprüft und abgestimmt. Dazu gehören klassische Osterartikel wie handbemalte Eier, österliche Dekorationen wie Hasen, Hühner und Kücken, Keramik und Kunsthandwerk, duftende Kerzen, Süsswaren und natürlich verschiedene Speisen und Getränke.
Mit allen Ausstellern werden Verträge abgeschlossen, schließlich ist eine Teilnahme kostenpflichtig. Zudem erhalten alle eine traditionelle Holzhütte als Verkaufsstand. Zusätzlich können Strom- und Wasseranschlüsse gebucht werden, die nach der Veranstaltung je nach tatsächlichem Verbrauch abgerechnet werden.
Für Besucher hingegen ist der Eintritt zum Markt komplett kostenlos – ein wichtiger Faktor für die hohe Attraktivität und Besucherfrequenz.
Ein besonders wichtiger Aspekt ist die genaue Planung und Abstimmung mit der Stadt Wien, von der die Fläche gemietet wird. Die Anzahl der Stände sowie der gesamte Lageplan müssen im Vorfeld exakt definiert und genehmigt werden.
Während des laufenden Betriebs gelten klare Regeln – beispielsweise feste Öffnungszeiten. Werden diese nicht eingehalten, etwa wenn ein Stand während der Marktzeiten geschlossen bleibt, kann dies zu Strafzahlungen führen – ein Detail, das zeigt, wie wichtig Verlässlichkeit im Eventbetrieb ist.
Besonders beeindruckend war zu erfahren, dass ein Großteil der Organisation direkt bei Alexandra Holzer liegt. Gleichzeitig arbeitet sie mit externen Partnern zusammen, die für Infrastruktur wie Strom, Wasser, Logistik sowie Auf- und Abbau verantwortlich sind.
Zusätzlich gestaltet sie auch das Rahmenprogramm des Marktes. Dazu gehören unter anderem Auftritte von Künstlern, Kinderworkshops und das traditionelle Kasperltheater. Eine kleine Bühne im Zentrum des Marktes dient dabei als zentraler Treffpunkt, wo auch unsere Führung begann.
Zum Abschluss der Führung wurden wir sogar auf ein Glas Wein eingeladen – eine kleine Geste, die perfekt zur familiären und herzlichen Atmosphäre des Marktes gepasst hat.
Mein Fazit
Was mir besonders in Erinnerung bleibt, ist, wie viel Detailarbeit und Erfahrung hinter einem scheinbar „einfachen“ Markt steckt. Gerade dieser Blick hinter die Kulissen hat noch einmal gezeigt, wie wichtig Struktur, klare Prozesse und gleichzeitig Leidenschaft für ein erfolgreiches Event sind.
Ein großes Dankeschön an Alexandra Holzer für die interessante Führung und wertvollen Einblicke!
Verfasserin & Bilder: Julia Nazaruk










