BSE in der Marx Halle
Im Rahmen unserer Ausbildung zum Eventmanager an der ESB Academy gibt es immer
wieder die Möglichkeit, hinter die Kulissen bedeutender Wiener Eventlocations zu blicken.
Am 27. Mai 2026 war es wieder so weit: Wir durften die Marx Halle im 3. Wiener Bezirk bei
einer exklusiven Backstage Experience kennenlernen. Antonia Baswald vom Betreiber HEY-
U Mediagroup führte uns durch das beeindruckende Areal und öffnete Türen, die für die
Öffentlichkeit normalerweise geschlossen bleiben.
Von der Rinderhalle zur Top-Location
Die Geschichte der Marx Halle beginnt im Jahr 1877, als der Wiener Gemeinderat den Bau
des Zentralviehmarkts in St. Marx beschloss. Nach den Plänen des Wiener Architekten
Rudolf Frey wurde die Anlage 1881 fertiggestellt. Die basilikale Rinderverkaufshalle,
bestehend aus zwei dreischiffigen Hallen, war fortan der Ort, an dem Tiere ausgestellt und
gehandelt wurden.
Mit seiner grazilen Leichtbauweise galt Wiens erste Schmiedeeisenkonstruktion zur Zeit ihrer
Entstehung als herausragende konstruktive Leistung. Im Jahr 1997 wurde das Gebäude als
einzige erhaltene Schmiedeeisenkonstruktion schließlich unter Denkmalschutz gestellt.
Die ursprünglich knapp 50 Meter längere Halle misst heute 175 Meter in der Länge, 114
Meter in der Breite und 17 Meter in der Höhe, was einer Gesamtfläche von 20.000
Quadratmetern entspricht.
Nach der Absiedelung des Wiener Schlachthofs 1997 stand die Halle für längere Zeit leer.
Die Eisenkonstruktion und das Dach wurden zwischen 2006 und 2007 saniert. Von 2011 bis
2014 erarbeitete die HEY-U Mediagroup ein erfolgreiches Nutzungskonzept und setzte erste
Akzente sowie den Ausbau der Infrastruktur um. In wenigen Jahren wurde das nun als Marx
Halle bezeichnete Gebäude zum pulsierenden Zentrum des neuen Stadtteils Neu Marx.
Die Studios und ihre Geschichte
Die Marx Halle bietet heute vier Studios, die flexibel und parallel bespielt werden können.
Was kaum jemand weiß: Die Nummerierung der Studios folgt keiner geografischen Logik,
sondern einer historischen. Die Studios sind schlicht danach nummeriert, in welcher
Reihenfolge sie ihr Dach bekommen haben. Studio 1 war also das erste überdachte, Studio
3 das dritte. Ein kleiner Fun Fact mit großem Erinnerungswert.
Antonia Baswald führte uns durch alle Bereiche und erklärte die Besonderheiten jedes
einzelnen Studios. Besonders beeindruckend war das Studio 3: Mit einer Gesamtfläche von
8.000 Quadratmetern ist es die größte Räumlichkeit des Hauses. Neben den industriellen
Stahlträgern verleiht der mit Glasfenstern überdachte Mittelgang diesem Studio einen
besonderen Charme. Als wir dort eintrafen, liefen bereits die Aufbauten für eine große
Kunstmesse auf Hochtouren. Mitten im Gewusel von Crewmitgliedern, Gabelstaplern und
Messebauern zu stehen und die schiere Dimension des Raumes zu erleben, war ein
Moment, den man aus keinem Lehrbuch kennt.
Studio 1 mit rund 4.000 Quadratmetern befindet sich im rechten hinteren Teil der Halle und
bietet eine spektakuläre Raumhöhe von bis zu 17 Metern. Neben dem großen
Veranstaltungsbereich verfügt es auch über Produktionsbüros und Künstlergarderoben, was
es zur bevorzugten Wahl für Konzerte und Gala-Veranstaltungen macht.
Das Studio 2 mit rund 2.000 Quadratmetern befindet sich im linken vorderen Teil der Halle.
Die original erhaltene Glasfassade aus dem Jahr 1881 verleiht diesem Studio ein ganz
besonderes Ambiente und macht es zur idealen Fläche für Langzeitmieten und immersive
Ausstellungsformate.
Immersion im Studio 2: Die Titanic-Ausstellung
Als besonderes Highlight unserer Site Inspection durften wir im Anschluss noch die
immersive Titanic-Ausstellung besuchen, die fix im Studio 2 eingemietet ist. Was bei der
Begehung theoretisch klang, wurde hier zu einem spürbaren Erlebnis: Wie Raumgestaltung,
Licht, Sound und Inhalt zusammenwirken, um Besucherinnen und Besucher in eine andere
Zeit und einen anderen Ort zu versetzen. Für angehende Eventmanagerinnen und
Eventmanager ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was es bedeutet, wenn eine Location und
ein Konzept wirklich zusammenpassen.
Was wir mitnehmen
Die Site Inspection in der Marx Halle hat deutlich gezeigt, wie viele Schichten hinter einer
erfolgreichen Eventlocation stecken: Geschichte, Architektur, Betriebslogistik, Mietkonzepte
und die Fähigkeit, gleichzeitig mehrere völlig unterschiedliche Veranstaltungen parallel zu
betreiben. Antonia Baswald hat uns diesen Kosmos professionell und mit spürbarer
Begeisterung für das Haus nähergebracht. Die Marx Halle ist nicht einfach eine Location, sie
ist eine Institution.
Ein herzliches Dankeschön an Antonia Baswald, die sich Zeit genommen hat, um uns einen Blick hinter die Kulissen zu geben.
Verfasserin & Bilder: Stephan Eder











