BSE im Gartenpalais Liechtenstein
Im Rahmen unseres Backstage-Besuchs im Palais Liechtenstein erhielten wir einen spannenden Einblick in die Arbeitsweise einer der exklusivsten Eventlocations Wiens. Für uns als angehende Eventmanager:innen war es besonders interessant zu sehen, wie eine historische Premium-Location im Veranstaltungsbereich positioniert und betrieben wird. Laura Kramer, Leitung für Eventmanagement und Marketing im Gartenpalais, hat uns in einer sehr informativen Führung spannende Informationen über die Eigentümer des Hauses, die Familie Liechtenstein, sowie zur Geschichte und heutigen Verwendung erzählt.
Das Palais organisiert keine eigenen Veranstaltungen, sondern vermietet die Räumlichkeiten ausschließlich an externe Kund:innen. Zu den wichtigsten Formaten zählen Gala-Dinner, Konzerte, Konferenzen, Firmenveranstaltungen, Empfänge und Hochzeiten. Je nach Setting können Veranstaltungen mit bis zu 900 Gästen durchgeführt werden. Die beiden Palais (das Gartenpalais und Stadtpalais) werden von einem Team von nur sieben Mitarbeitenden betreut, was die professionelle Organisation und die klar strukturierten Abläufe umso beeindruckender macht.
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Erhalt der historischen Substanz. Daher gelten für Veranstaltungen spezielle Vorgaben. Offenes Feuer ist beispielsweise nicht erlaubt, weshalb ausschließlich LED-Kerzen verwendet werden dürfen. Zudem befindet sich im Erdgeschoss eine der fünf goldene Wägen, die seit dem 18. Jahrhundert im Besitz der Familie Liechtenstein sind und alle große Historien mit sich bringen.
Ein zentrales Merkmal der Location ist ihre Exklusivität. Die Räumlichkeiten werden jeweils nur an einen Kunden vergeben, sodass keine parallelen Veranstaltungen stattfinden. Dadurch entsteht ein hohes Maß an Privatsphäre und Individualität, das insbesondere im Premiumsegment sehr geschätzt wird.
Interessant fanden wir auch die Entwicklung der Positionierung des Palais. Während die Location früher deutlich stärker für die Öffentlichkeit zugänglich war, finden Führungen heute überwiegend im privaten Rahmen oder nur wenige Male pro Jahr im Zuge einer Kunstausstellung statt. Diese eingeschränkte Zugänglichkeit ist Teil einer bewussten Strategie. Die Exklusivität schafft ein Gefühl von Besonderheit und Wertigkeit. Der Eindruck, dass nicht jede Person jederzeit Zugang hat, steigert die Attraktivität der Location zusätzlich. Gerade im Luxury-Bereich ist diese Form der Positionierung ein wichtiger Erfolgsfaktor.
Weitere Besonderheiten, die das Gartenpalais aufweist ist der Park, der das Gebäude umgibt. Dieser darf nach Vereinbarung mit der Stadt Wien insgesamt zehn Mal im Jahr für Events gesperrt werden, was eine zusätzliche Exklusivität sowie besondere Atmosphäre bietet. Auch die Kunstsammlung der Familie ist beeindruckend, neben zahlreichen Wandteppichen, die zu früheren Zeiten hohen Wert hatten, und einigen spannenden Gemälden befindet sich auch das einst teuerste Möbelstück im Gartenpalais, welches nach Erbauung 20 Millionen Eure gekostet hat. Touren durch die Kunsträumlichkeiten können im Rahmen eines Events dazu gebucht werden, wer will, hat sogar die Möglichkeit sich von einem Experten in die Welt der Kunst entführen zu lassen.
Ein weiteres Highlight dieser Eventlocation ist die Bibliothek, die jedoch für Gäste nicht zugänglich ist. 2023 fand hier sogar der Filmdreh „The Palace“ mit Kate Winslet statt.
Der Besuch hat uns gezeigt, wie historische Architektur, professionelles Eventmanagement und strategische Markenpositionierung erfolgreich miteinander verbunden werden können. Besonders wertvoll war die Erkenntnis, dass Exklusivität, Authentizität und die Qualität des Gesamterlebnisses oft wichtiger sind als reine Größe oder hohe Besucherzahlen.
Ein herzliches Dankeschön an Laura Kramer, die sich Zeit genommen hat, um uns einen Blick hinter die Kulissen zu geben.
Verfasserin: Ilona Stepanova












