BSE beim Electric Love Festival 2026

Im Rahmen des Backstage-Erlebnisses beim Electric Love Festival am Salzburgring durften wir einen beeindruckenden Blick hinter die Kulissen eines der größten Musikfestivals Europas werfen.

Das Electric Love Festival findet seit 2013 statt und begrüßt jährlich rund 180.000 Besucher:innen aus etwa 70 Nationen. Auf dem weitläufigen Festivalgelände verteilen sich sieben Stages – darunter die Mainstage, die Hard Dance Factory, die Club Circus Stage und die Almhütte, auf denen insgesamt mehr als 200 nationale und internationale Künstler:innen auftreten. Für die Unterbringung der Gäste stehen vier Campingplätze sowie mehrere Hotels zur Verfügung.

Das absolute Highlight ist die Mainstage – Österreichs größte Festivalbühne. Ihre rund 700 Tonnen schwere Stahlkonstruktion wird jedes Jahr vollständig neu geplant und errichtet. Die Vorbereitungen beginnen bereits etwa neun Monate vor Festivalbeginn anhand eines detaillierten digitalen 3D-Modells, in dem jedes Bauteil exakt eingeplant wird. Für den Aufbau der Mainstage und der gesamten Festivalinfrastruktur werden rund 90 LKW-Ladungen Material benötigt. Bereits in dieser Phase sind etwa 300 Mitarbeiter:innen im Einsatz.

Während des Festivals selbst arbeiten rund 8.000 Menschen in den unterschiedlichsten Bereichen zusammen. Dazu zählen unter anderem Besucher:innenservice, Security, Polizei, Rettung, Feuerwehr, Bühnenbau, Licht-, Ton- und Videotechnik, Produktion, Gastronomie, Reinigung, Shuttle-Services, Artist Relations, Akkreditierung, Medienarbeit sowie Facility- und Logistikteams. Damit ein Festival dieser Größenordnung reibungslos funktioniert, sind eine präzise Planung und ein perfektes Zusammenspiel aller Bereiche unerlässlich.

Ein besonders spannender Teil unseres Backstage-Erlebnisses war der Einblick in die organisatorischen Abläufe. Im Backstage-Bereich haben ausschließlich Künstler:innen, Crew-Mitglieder und akkreditierte Mitarbeiter:innen Zutritt. Dort befinden sich Garderoben, Produktionsbüros, Aufenthaltsräume, Cateringbereiche, technische Leitstellen sowie Besprechungsräume. Von hier aus werden die Abläufe rund um die Auftritte, Künstler:innenbetreuung und Produktionskoordination gesteuert. Jeder Artist verfügt über einen genau abgestimmten Zeitplan – von der Ankunft über Interviews und Bühnenzugänge bis hin zur Abreise, sodass selbst kleinste Verzögerungen Auswirkungen auf den gesamten Ablauf haben können.

Ein weiterer wesentlicher Bereich ist die Akkreditierung. Je nach Funktion erhalten Mitarbeiter:innen, Künstler:innen, Medienvertreter:innen oder externe Dienstleister unterschiedliche Zutrittsberechtigungen. Dadurch wird sichergestellt, dass ausschließlich autorisierte Personen Zugang zu sensiblen Bereichen wie Backstage, Produktionsflächen oder Bühnen erhalten.

Besonders beeindruckend war außerdem die Organisation der Besucher:innenströme. Mithilfe eines umfassenden Crowd-Managements werden Wegeführungen, Einlassbereiche, Fluchtwege und Kapazitätsgrenzen laufend überwacht und gesteuert. Sicherheitskräfte, Crowd-Spotter und die Festivalleitung stehen permanent über Funk miteinander in Verbindung, um bei erhöhtem Besucheraufkommen oder unvorhergesehenen Situationen sofort reagieren zu können.

Auch die interne Kommunikation spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die zahlreichen Teams – von Security über Medical Services bis hin zum Besucher:innenservice und Stage Management – arbeiten über verschiedene Funkkanäle eng zusammen. Eine klare, präzise und schnelle Kommunikation ist die Grundlage dafür, dass Entscheidungen innerhalb weniger Sekunden getroffen und umgesetzt werden können.

Die VIP-Bereiche wurden uns ebenfalls näher vorgestellt. Je nach Ticketkategorie erwarten die Gäste unterschiedliche Leistungen, darunter erhöhte Viewing-Plattformen mit freiem Blick auf die Mainstage, exklusive Bars, separate Sanitäranlagen sowie komfortable Lounge-Bereiche. Die exklusivste Kategorie bildet die Diamond Sky Box mit eigenem Innenbereich, überdachter Terrasse und einem besonders hochwertigen Service.

Besonders eindrucksvoll wurde uns vermittelt, wie stark ein Festival unter freiem Himmel von den Wetterbedingungen abhängig ist. Wind, Starkregen oder Gewitter können erhebliche Auswirkungen auf den Veranstaltungsbetrieb haben. Insbesondere Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h stellen ein Sicherheitsrisiko dar und können dazu führen, dass Bühnen vorübergehend geschlossen oder Programmpunkte unterbrochen werden müssen. Aus diesem Grund werden Wetterdaten während des gesamten Festivals laufend überwacht und in die Sicherheitsentscheidungen einbezogen.

Unser Backstage-Erlebnis hat eindrucksvoll gezeigt, dass hinter einem Musikfestival dieser Größenordnung weit mehr steckt als Bühnen und Konzerte. Tausende Menschen arbeiten im Hintergrund eng zusammen, damit Besucher:innen ein sicheres und unvergessliches Festival erleben können. Langfristige Planung, professionelle Organisation, moderne Technik, effiziente Kommunikation und das perfekte Zusammenspiel aller Beteiligten bilden die Grundlage für den erfolgreichen Ablauf einer Veranstaltung dieser Dimension.

Ein großes Dankeschön an Niki und Sophie für ihre Zeit sowie diese einmaligen Einblicke!

Verfasserin & Bilder: Nina Chincharauli

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